Timo Maus
Experte
Axel Zöller
Interviewer @ MeinBeruf
Risik Manager - Operational Risk
Mtl.Bezahlung
Durschnittlich
Vollzeit
Arbeitszeit
Üblich
Mittel
Stress level
im vergleich
Reisevolumen
Durschnittlich
Financial Services
Brache
Nach Verzeichnis
Legal, Compliance & Risk
Bereich
Unternhemensbreich
Studium
Bildungsweg
Typisch
Familienfreundlich
Durschnittlich
Kernaufgaben
Als Risiko Manager im Bereich operationale Risiken überwacht man die Kernrisiken in einem Unternehmen, erfasst Daten und erstell über diese Berichte die dem Senior Management helfen die Risiken des Unternehmens zusammen mit dem Risikomanagement zu steuern. Eine Auswahl der Kernrisken wird durch das Risikomanagement mitbestimmt. Diese sind zum Beispiel: IT Risiken, IT Security Risiken, Personalrisiken, Geschäftskontinuitätsrisiken, Compliance Risiken, Trading & Settlement Risiken, AML Risiken, Projekt Risiken, Buchhaltungs- und Steuer Risiken, und einige mehr.
Um Informationen zu den Risiken zu erhalten, Arbeitet das Risikomanagement mit vielen Abteilungen zusammen und erfasst Daten zum Beispiel aus Schadensfällen, also Vorfällen bei denen ein finanzieller Schaden dem Unternehmen entstanden ist. Aber auch wenn kein Schaden entsteht arbeitet das Risikomanagement mit den Abteilungen zusammen, um sogenannte Kontrollen zu implementieren. Beispiele für Kontrollen können das 4-Augen Prinzip sein, ein Workflow, Beschränkung von Zugriffrechten oder das Erstellen von Arbeits- oder Prozessregeln. Diese Kontrollen werden für jede Abteilung in einem Kontrollregister dokumentiert.
Ein typischer Arbeitstag
Im Risk Management gibt es keinen typischen Arbeitsalltag. Allerdings beginnt der Tag meistens damit, dass man durch Emails geht, und sich einen Plan macht welche relevanten Themen am Tag anstehen. Oft arbeitet man an unterschiedlichen Themen, worunter manche sich auf paar Tae und andere sich über Monate strecken. Allerdings kann es auch immer passieren das ein Schadensvorfall im Unternehmen eintritt, den man dann priorisiert und unterstützt zu mitigieren. Daher muss man ein gutes Gespür entwickeln wie man Themen priorisiert und wann man an diesen Arbeitet. Da das Risikomanagement allerdings nicht am Tagesgeschäft arbeitet, hat man meistens keine harten Deadlines außer bei Vorfällen oder für Berichte an das Senior Management, z.b. Vorstände oder Management Committee. Als Risk Manager ist man in vielen Themen involviert und hat so gut wie täglich Meetings mit Abteilungen und sog. Stakeholdern. Oft sind diese Meetings virtuell. In den Meetings bespricht man mit den Abteilungen zum Beispiel ob neue Risiken bekannt geworden sind, Man Berät Abteilungen zu bestimmten Risiken, unterstützt Abteilungen neue Kontrollen einzuführen, berät Abteilungen zum Mitigieren von Schadenfällen oder erhebt Daten von der Abteilung wie zum Beispiel Key Risk Indikatoren (KRIs).
Kollegen, Arbeitsplatz & Abteilungskultur
Im Risiko Management bei Vermögensverwaltern arbeitet man ausschließlich im Büro. Viele Meetings finden virtuell statt, aber bei kleineren Unternehmen auch persönlich.
Viele Kollegen haben einen Master Abschluss. Alter sowie Frauen Männeranteil kann ganz unterschiedliche sein und ist meistes gemischt.
Bereiche und Abteilungen
Das Operationale Risikomanagement ist in der sogenannten zweiten Verteidigungslinie (Second-Line of Defense). Benachbarte Abteilungen sind häufig Compliance und Recht mit denen man weder direkt zusammen oder in einem Raum/Etage sitzt. Das Operationale Risikomanagement Berichtet an den Chief Risk Officer (CRO). Dieser sitzt meistens direkt im Vorstand oder berichtet an einen Vorstand wie den CFO. An den CRO berichtet in den meisten Fällen ebenso das Financial Risk Management Team, welches im Gegensatz zu den operationalen Risiken ausschließlich der finanziellen Risken der Investitionen überwacht.
Manche Risikomanager arbeiten auch direkt in der ersten Verteidigungslinie und somit direkt bei den Abteilungen die Risikomanagement überwacht und beraten werden.
Karrieremöglichkeiten
Ein erfolgreicher Risiko Manager benötigt ein breites Spektrum an Hard und Soft Skills, um komplexe Herausforderungen souverän zu meistern. Dazu zählen ausgeprägte kognitive Fähigkeiten und analytisches Denken, um Risiken systematisch zu identifizieren, zu bewerten und geeignete Maßnahmen abzuleiten. Multitasking und die Fähigkeit, große Informationsmengen schnell aufzunehmen und zu priorisieren, sind essenziell, um in dynamischen Situationen den Überblick zu behalten. Kommunikationsstärke, Präsentationskompetenz und Einflussnahme sind entscheidend, um Stakeholder zu überzeugen und risikobewusste Entscheidungen zu fördern. Neugierde und Anpassungsfähigkeit ermöglichen es, neue Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und flexibel darauf zu reagieren. Ein Risiko Manager muss zudem über fundierte Kenntnisse in verschiedenen Fachbereichen verfügen, um Risiken ganzheitlich zu verstehen und interdisziplinär zu handeln.
Kriesensicherheit
Die typischen Arbeitszeiten eines Risiko Managers orientieren sich meist an einer regulären 40-Stunden-Woche mit acht Stunden pro Tag. Dank Gleitzeitmodellen ist der Arbeitsbeginn flexibel und liegt üblicherweise zwischen 6:00 und 20:00 Uhr, was eine individuelle Anpassung an persönliche Präferenzen oder projektbezogene Anforderungen ermöglicht. Diese Flexibilität unterstützt konzentriertes Arbeiten in Phasen hoher Komplexität und erlaubt gleichzeitig eine bessere Vereinbarkeit mit privaten Verpflichtungen
Familie und Karriere
Heutzutage bieten viele Unternehmen 60/40 Büro/Remote an, wodurch man zwei Tage von zu Hause arbeiten kann. Auch haben viele Unternehmen Gleitzeit, die ebenfalls hilft Familie mit Beruf zu vereinbaren. Zyklusorientieres Arbeiten ist mir bisher nicht bekannt.
Besonderheiten der Branche
Die Financial Services Branche zeichnet sich durch eine dynamische, oft hochgetaktete Arbeitsumgebung aus, in der schnelle Entscheidungen und präzise Analysen gefragt sind. Der „Fast-Pace“-Charakter zeigt sich besonders in Bereichen wie Investment Banking, Risikomanagement oder Compliance, wo Marktbewegungen und regulatorische Anforderungen ständige Aufmerksamkeit erfordern. Gleichzeitig herrscht in der Finanzbranche ein vergleichsweise formeller Umgangston – sowohl in der internen Kommunikation als auch im Kundenkontakt. Dresscodes, strukturierte Prozesse und eine klare Hierarchie sind in vielen Unternehmen üblich, auch wenn moderne FinTechs und agile Teams zunehmend lockerere Strukturen etablieren. Wer hier arbeitet, sollte also sowohl Anpassungsfähigkeit als auch ein professionelles Auftreten mitbringen.

